Unsere Grundsätze:

  • Profession Pflege stärken
  • Mit Bildung in Richtung Zukunft
  • Wir starten Pflegezukunft heute!
  • Wir fördern Pflege!
  • Akademische Pflege – nachhaltige Entlastung, sichtbare Stärkung des Berufsbildes, optimale Patientenversorgung.
  • Beste Behandlungsergebnisse durch ein hohes Maß an wissenschaftlicher Bildung in der Pflege.

Förderung der Akademisierung in der Pflege im Leistungsverbund der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH

Die Krankenhäuser der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH haben sich zum Ziel gesetzt, die Professionalisierung und damit verbunden die Akademisierung der Pflege aktiv zu unterstützen. Ziel ist es, beste Erfolge der Patientenbehandlung durch ein hohes Maß an wissenschaftlicher Bildung zu erzielen. Darüber hinaus sollen objektivierbare Pflegerisiken, wie Dekubitus, Sturzereignisse oder nosokomiale Infektionen durch wissenschaftliche Erhebung und Umsetzung neuester Erkenntnisse in der Praxis auf ein Minimum gesenkt werden. Wir fördern ausdrücklich die Aufnahme eines berufs- bzw. ausbildungsbegleitenden Studiums für Pflegende in den Krankenhäusern unseres Leistungsverbunds. Zur Auswahl stehen drei Optionen der individuellen Bezuschussung des Studiums.

Bekenntnis zur akademischen Pflege als Profession

Die Professionalisierung der Pflege begann bereits vor über 100 Jahren. Im Jahr 1912 bot die Frauenhochschule in Leipzig erstmals einen Studiengang für Oberinnen an. Im Verlauf stagnierte der Professionalisierungsprozess und gewann erst wieder in den 1960er Jahren in der Deutschen Demokratischen Republik und in den 1980er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland an Aufmerksamkeit. Eng mit der Professionalisierung verbunden sind die Imageverbesserung des Pflegeberufs und der sozialen Anerkennung von Pflegenden sowie die Stärkung des Berufsbildes durch Verschiebung professioneller Kompetenzgrenzen. Der Professionalisierungsgrad der Pflege steht im direkten Vergleich mit anderen klassischen Professionen, wie beispielsweise der Medizin, von der man sich emanzipieren und neben der man gleichberechtigt sowie autonom handeln können will.

Die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH unterstreicht die im Jahr 2012 durch den deutschen Wissenschaftsrat veröffentlichten Definition, die den Auftrag professioneller Pflege und das Verhältnis der Professionen Medizin und Pflege klar abgrenzt: „Pflegerisches Handeln zielt auf die Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung von Selbstständigkeit in der Lebensführung. Zur kurativmedizinischen Gesundheitsversorgung ist die Pflege insofern komplementär, als sie Krankheiten nicht zu heilen versucht, sondern bei der Bewältigung der individuellen Folgen von Krankheit, Behinderung und Pflegebedürftigkeit unterstützt.“ Zudem wurde ein klares Aufgaben- und Verantwortungsprofil definiert, das insbesondere die Verantwortungsübernahme komplexer Versorgungsfälle sowie Prävention, Reflexion, Weiterentwicklung der Berufspraxis und den Ausbau interdisziplinärer Zusammenarbeit umfasst.

Primär sind die Professionalisierungsbestrebungen der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH gegenwärtig vor allem auf Akademisierung ausgerichtet. Inzwischen existiert eine Fülle an akademischen Qualifizierungsmöglichkeiten, verstärkt seit der Umsetzung des Bologna-Prozesses um die Jahrtausendwende. Das vorrangige Ziel der Akademisierung liegt im Nutzengewinn der Patienten, das heißt in der verbesserten und situationsgerechten sowie evidenzbasierten Versorgung. Es lassen sich drei prinzipielle Möglichkeiten der akademischen Qualifizierung in der Pflege unterscheiden: das weiterqualifizierende Studium nach Abschluss der Pflegeausbildung, das ausbildungsintegrierende Studium und der primärqualifizierende Studiengang. Wir präferieren zurzeit das ausbildungsintegrierende und das weiterqualifizierende Studium.

Die hochschulische Ausbildung befähigt insbesondere:

  1. zur Steuerung und Gestaltung hochkomplexer Pflegeprozesse auf der Grundlage wissenschaftsbasierter oder wissenschaftsorientierter Entscheidungen,
  2. vertieftes Wissen über Grundlagen der Pflegewissenschaft, des gesellschaftlich institutionellen Rahmens des pflegerischen Handelns sowie des normativ-institutionellen Systems der Versorgung anzuwenden und die Weiterentwicklung der gesundheitlichen und pflegerischen Versorgung dadurch maßgeblich mitzugestalten,
  3. sich Forschungsgebiete der professionellen Pflege auf dem neuesten Stand der gesicherten Erkenntnisse zu erschließen und forschungsgestützte Problemlösungen wie auch neue Technologien in das berufliche Handeln übertragen zu können sowie berufsbezogene Fort- und Weiterbildungsbedarfe zu erkennen,
  4. sich kritisch reflexiv und analytisch sowohl mit theoretischem als auch praktischem Wissen auseinandersetzen und wissenschaftsbasiert innovative Lösungsansätze zur Verbesserung im eigenen beruflichen Handlungsfeld entwickeln und implementieren zu können und
  5. an der Entwicklung von Qualitäts­managementkonzepten, Leitlinien und Expertenstandards mitzuwirken.

Die meisten weiterqualifizierenden pflegespezifischen Studiengänge finden sich im Bereich der Pflegewissenschaft, im Pflegemanagement und in der Pflegepädagogik wieder. Absolventen solcher Studiengänge sind bisher in erster Linie in patientenfernen Bereichen, wie beispielsweise im Bereich der Pflegedienstleitung, in Bildungseinrichtungen oder Verbänden, tätig. Die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH begrüßt ausdrücklich Absolventen, die in erster Linie im direkten Patientenkontakt arbeiten. Die Befähigung der Pflegenden zur Übernahme hochkomplexer Pflegeprozesse ist notwendig, um die mit der älter werdenden Gesellschaft zunehmende Multimorbidität bewältigen zu können. Wir streben an, dass unsere Pflegenden mit der gleichen Regelmäßigkeit wissenschaftlich tätig wie ihre ärztlichen Kolleginnen und Kollegen.

Mitunter halten studierende Pflegende ihre Weiterqualifikation gegenüber den Kolleginnen und Kollegen aus Angst vor Kritik und Demotivation geheim, da das Verständnis um die Relevanz der Professionalisierung der Pflege angesichts weithin empfundener Überlastung im Kollegenkreis nur gering ausgeprägt ist. Wir unterstützen ausdrücklich unsere Pflegenden in dem Entwicklungsprozess der Professionalisierung der Pflege. Durch gezielte Workshops und ein wissenschaftliches Netzwerk werben wir für Akzeptanz und Verständnis und möchten Sorgen und Ängste gemeinsam auf den Grund gehen und langfristig beseitigen.

Im Vordergrund steht die nachhaltige Entlastung des Kollegenkreises und um die sichtbare Stärkung des Berufsbildes mit der verbundenen Unterstützung der Pflege, ihrer Berufung nachgehen zu können: die optimale Patientenversorgung gewährleisten zu können.

Literatur

Conzen, Christel/Freund, Jutta/Overlander, Gabriele (Hrsg.) (2016): Pflegemanagement Heute, 2. Aufl., München: Urban & Fischer, 2016

Esslinger, Adelheid Susanne/Heyden, Birgit/Salinger, Franziska/Anli-Berk, Saadet (2019): Magnetkräfte in deutschen Gesundheitseinrichtungen, in: Mario A. Pfannstiel/Patrick Da-Cruz/Volker Schulte (Hrsg.), Internationalisierung im Gesundheitswesen: Strategien, Lösungen, Praxisbeispiele, Wiesbaden: Springer Fachmedien, 2019, S. 200–222

Heeskens, Katrin/Hardegen, Christine (2018): Was kommt nach dem Bachelor? Oder, zu früh für Masterprogramme?, in: Anke Simon (Hrsg.), Akademisch ausgebildetes Pflegefachpersonal: Entwicklung und Chancen, Berlin: Springer, 2018, S. 46–56

Heinbach, Wolf Dieter/Koch, Daniela/Römpp, Hartmut (2018): Akademisierung der Pflege - Umsetzung an den Hochschulen in Baden-Württemberg, in: Anke Simon (Hrsg.), Akademisch ausgebildetes Pflegefachpersonal: Entwicklung und Chancen, Berlin: Springer, 2018, S. 81-84

Klauber, Jürgen/Geraedts, Max/Friedrich, Jörg (Hrsg.) (2019): Krankenhaus-Report 2019: Das digitale Krankenhaus, Berlin: Springer, 2019

Otto, Mona (2016): Akademisierung der Pflege in Deutschland - Wo kommen wir her und wo stehen wir heute?, in: Heike Fehlberg/Corinna Glenz/Andreas Meier-Hellmann/Manuel Berger, Blickwechsel in der Pflege, Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2016, S. 177-182

Simon, Anke (Hrsg.) (2018): Akademisch ausgebildetes Pflegefachpersonal: Entwicklung und Chancen, Berlin: Springer, 2018

Steffen Branz

Stabsstelle Personalentwicklung & Studierendenbeauftragter
+49 209 172-3181

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